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„NACHBARN FÜRS LEBEN“

Wie unter einem Brennglas spiegelt sich im Mikrokosmos der Kölner Probsteigasse das Bild der urbanen Gesellschaft. Was weiß ich vom anderen? Was zeige ich von mir? Wie reagiere ich auf einen fremdenfeindlichen Anschlag, wie er sich in der Gasse 2011 zugetragen hat?

Ein Film von Erwin Michelberger, 95 Minuten, DCP, stereo, 2016

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Termine

„NACHBARN FÜRS LEBEN“

12.03.2018, 22.25 Uhr
Sendung auf 3sat
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In Planung

„ALLES GUT“

Spielfilm

Ein Film über das Sterbenlernen – mit Wut, mit Humor, mit Trotz. Ein Film der etwas von der Zeit rettet, in der man nie wieder sein wird.

 „An die Freunde, an die Mitstreiter“

Immer wieder muss ich an Nicolas Ray denken. „Machen wir noch einen Film, ein Lightning over water.“ Was ist geblieben? Ein paar Worte. Erinnerung. Machen wir uns nichts vor, all die Kunstanstrengung, all die „großen Filme“ – verschwunden. So wie auch die auch die meisten Werke verschwinden werden für die wir zittern.

Ein berühmter Regisseur flüstert mir bei der Premiere seines Filmes ins Ohr: „Die (Zuschauer) scheiß ich so zu, mit meinen wahnsinnigen Bildern, dass sie wie betäubt aus dem Kino hinaustaumeln.“ 

„Alles gut“ will kein betäubtes Taumeln. Im Gegenteil: ein hellwaches Staunen. Über die eigene Biografie, den eigenen Weg, den jede, jeder von uns so unverwechselbar und geheimnisvoll zurücklegt.

Aus meiner Biografie fließen authentische Begebenheiten direkt in „Alles gut“. (Im Anhang beschrieben.) Die Kamera ist kein Schutzschild. Das Archiv kein Versteck.

Denken wir uns einen Burghart Klaußner der alle weißen Bänder zerreißt. Die Protagnisten sind enttäubt und frei.

Nicht wie bei „Das Salz der Erde“ –„ ganz tolle Bilder“ von an Hunger sterbenden Menschen – sondern wie in „Salz der Erde“ (von Herbert Biberman, der danach in den USA keinen Film mehr machen konnte) die Erfahrung, was es heißt sich aufzulehnen, die Verhältnisse ändern zu wollen.

Nicht die Ästhetisierung der Gewalt und der „großen“ Gefühle  sondern die Erfahrung der Wahrheit. Mut zur Stille. Nur wo leise Töne gelingen offenbart sich wirklich etwas.

Kann man filmen, ohne zu täuschen? Ohne sich selbst und die anderen zu belügen? Was muss man beachten, damit man kein "Falschgeld" produziert? Wie schafft man es, den Prinzipien des Die-Wahrheit-Sagens oder Wahrsprechens die Treue zu halten, dieser Parrhesia, durch die Foucault in seinen letzten Vorlesungen am College de France den Intellektuellen definiert, dessen "Mut zur Wahrheit" vor keinem Risiko zurückschrecken soll?

Die Filmerei braucht keine Intellektuellen!? Mir rief in den Semesterferien ein Vorarbeiter, bei meinem Ferienjob als LKW-Fahrer, zu: „Wir brauchen keine Akademiker am Steuer.“

Mit der Sorgfalt eines Historikers, der die großen Linien so sehr im Blick hat wie die feinsten Details, und mit dem Feingefühl eines Soziologen, dem keine soziale oder politische Bedeutung entgeht, müsste ich die Lebenslinien der Protagonisten entfalten. 

Ganz und gar unmöglich scheint es, einen Film zu entwerfen, der völlig neu ist und mit allen etablierten Formen bricht, der seinen ganz eigenen Weg findet, seine ganz eigenen Kriterien und Ambitionen formuliert. Unmöglich?"

 

 

Bucherscheinung

„Mit dem Tod tanzen. Tod und Totentanz im Film“

Daniel S. Ribeiro: LUS oder Geschmack am Leben.
Der Tod im zeitgenössischen Dokumentarfilm,
in: „Mit dem Tod tanzen. Tod und Totentanz im Film“
Jessica Nitsche (Hrsg.), Neofelis Verlag, Berlin 2015.
ISBN 978-3-943414-58-5